Leben ohne Google

Die Datenkrake

Die Datenkrake - via Flickr - CC-Lizenz by-nc-sa 2.0 by Joachim S. Müller

Vor einigen Tagen regte ein Kollege an, für die Kommunikation unseres Projekt-Netzwerkes von der bisher genutzten Google-Group auf eine alternative Architektur umzusteigen. Schließlich könne man nicht regelmäßig auf die Datenschutz-Problematik hinweisen und gleichzeitig die entsprechenden Online-Dienste nutzen. Und das sind mittlerweile nicht wenige. Mit Google ist es dabei wie mit der Werbung: Ein neuer Email-Account soll her? Klar: GoogleMail! Ein News-Reader? Klar: Google Reader!

Ein Leben ohne Google-Anwendungen - ist das möglich? Hier sollen in den kommenden Tagen und Wochen einige Antworten auf diese Frage zusammengetragen werden, auch von Nutzern, die sich bereits mit dem Thema beschäftigt haben [1, 2].

Fall 1: Der Google Reader

Der Google Reader ist eine ungeheuer praktische Anwendung zum Lesen und Verfolgen von RSS-Feeds diverser Blogs und anderer Nachrichtenquellen. Der Reader nutzt die Möglichkeiten von AJAX voll aus: Er ermöglicht eine bequeme Steuerung über die Tastatur, Einträge können markiert, an Freunde verschickt oder zu einem neuen “lesenswert”-Feed zusammengefasst werden. Auch Podcast-Feeds lassen sich abonnieren und die MP3-Podcast-Dateien ziemlich einfach herunterladen.

Eine Alternative zu finden, ist auf den ersten Blick nicht so schwierig, schließlich haben bereits die meisten Browser und eMail-Programme eine RSS-Funktion eingebaut. Der Funktionsumfang oder die Bedienfreundlichkeit ist dabei meist gering. Wer mehr will, muss extra Software auf seinem PC installieren. Der FeedDemon beispielsweise steht seit einigen Monaten zum kostenlosen Download bereit. Einige Autoren sehen im Vergleich von FeedDemon und Google Reader die stationäre Software weit vorn.

Allerdings haben diese Lösungen meist ein Problem: Nutzer können nur von jeweils einem PC auf die RSS-Feeds zugreifen. Will man jedoch vom Heim-PC und vom Arbeitsplatz den Service nutzen, geht schnell die Übersicht flöten, welche Einträge bereits gelesen oder verschickt wurden. Die Ausnahme ist der FeedDemon – über einen Web-Dienst können die Programme auf verschiedenen Endgeräten abgeglichen werden und die entsprechenden Feeds dann als “gelesen” markiert werden.

Aber auch hier – wie bei anderen Online-RSS-Readern à la Bloglines – stellt sich die Frage nach dem Verbleib der Nutzungsdaten. Die sauberste Lösung müsste also lauten: Einen eigenen Reader auf dem eigenen Web-Space (bei einem Internet Service Provider meines Vertrauens) installieren und betreiben. Bei der Suche bin ich hier auf das Programm “Tiny Tiny RSS” (Demo hier) gestoßen. Die Software ist frei und mit einer GPL-Lizenz ausgestattet – sprich: für den normalen Nutzer kostenlos. Der TT-RSS sieht ganz passabel aus und bietet einige – jedoch nicht alle – Funktionen, mit denen der Google Reader punkten kann. So werden u.a. Tastaturbefehle, Podcasts und das Zusammenstellen eines eigenen “lesenswert”-Feeds unterstützt. Allerdings kann die Installation auf einem normalen Webspace – also ohne die Rechte eines Server-Administrators – schwierig oder gar unmöglich sein, da das Programm ganz bestimmte Anforderungen an die Umgebung stellt (PHP Version 5).

Hier geht es zu Teil 2: Google Groups.

Über Claus Hesseling

arbeitet als Freier Journalist und Journalismus-Trainer. Twitter: @the_claus
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2 Antworten auf Leben ohne Google

  1. Benni sagt:

    Allerdings kann die Installation auf einem normalen Webspace – also ohne die Rechte eines Server-Administrators – schwierig oder gar unmöglich sein, da das Programm ganz bestimmte Anforderungen an die Umgebung stellt (PHP Version 5).

    So ganz stimmt das nicht. Es wird mindestens PHP 4 benötigt und man kann die Software auch ohne Adminrechte installieren. Einfach Dateien hochladen, Konfiguration anpassen und Datenbankschema einspielen. Fertig.

  2. Jovog sagt:

    Ich frage mich, was Bloglines & Co mit diesen Nutzerdaten anfangen soll (und man wird hier wohl kaum echte persönliche Daten angeben). Deswegen den Aufwand, einen eigenen Reader zu installieren? Bei Google wäre ich allerdings vorsichtiger.

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