Leben ohne Google (2)

Fall 2: Google Groups

Mailinglisten zählen zu den ältesten Anwendungen des Internets. Mit Hilfe von Mailinglisten können Menschen innerhalb einer Gruppe Nachrichten via Email austauschen. Die Diskussion ist für die Mitglieder der Gruppe einsehbar, für alle anderen Internet-Nutzer jedoch verborgen. In der Regel können die Teilnehmer sich entscheiden, ob sie über alle neu eingehenden Emails direkt informiert werden möchten, oder ob das Mailinglisten-Programm nur eine tägliche Zusammenfassung (“Digest”)  verschicken soll. Der Vorteil dieses Systems ist, dass es über die “Killerapplikation” Email läuft, also kein Einloggen in ein Forum etc. nötig macht. Ein weiterer Vorteil ist, dass alle Beiträge automatisch archiviert werden und über eine Web-Oberfläche durchsucht werden können.

Die beiden bekanntesten “Group”-Anwendungen sind die von Yahoo und Google (hier gibt es eine Google-Group-Diskussion, welcher Anbieter besser ist), aber es gibt auch andere wie Meetup oder Windows Live Spaces (früher: MSN Groups). Sie bieten über die bloße Mailingliste noch weitere Features wie Foto-Alben, Kalender oder Umfrage-Tools.

Doch auch hier gibt es Alternativen zu Anbietern wie Google, Yahoo oder Microsoft. Die einfachste: Fast jeder Internet Service Provider bietet in seinem Standardpaket die Einrichtung von Mailinglisten an. Nutzer von 1und1 können beispielsweise im “Control Center” unter dem Punkt “Kommunikation” eine eigene Mailingliste anlegen.

Wer sich unabhängig von den Providern ein eigenes Mailinglisten-System aufbauen möchte, der muss über einen eigenen Internet-Server verfügen. Darauf lässt sich dann die Anwendung GNU Mailman aufsetzen und betreiben. Eine umfangreichere Groupware-Oberfläche ist TikiWiki, das neben Mailinglisten die Einrichtung von Blogs, Bildergalerien, Foren und Wikis ermöglicht.

Wer diesen Aufwand scheut, kann ich auch eine der zahlreichen Web 2.0-Groupware-Anwendungen anschauen (zum Beispiel hier). Allerdings ´stellt sich bei diesen Anbietern immer die Frage, wie lange die Halbwertszeit des Angebots ist.

Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung vom Eintrag “Leben ohne Google”. Bisher erschienen: Fall 1 – Google Reader.

Über Claus Hesseling

arbeitet als Freier Journalist und Journalismus-Trainer. Twitter: @the_claus
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