Netzprotokolle: Twitter und Facebook als Hintertür für Nachrichten

Schaulustige und Polizisten vor einer Kaserne der “Bangladesch Rifles” (BDR). (CC by-nc-sa by Russel John)

Während der jüngsten Meuterei paramilitärischer Grenztruppen in Bangladesh waren zeitweise wichtige Nachrichtenwebsites nicht mehr über ihre Domain, sondern nur noch über die IP-Adresse erreichbar. Zudem war offenbar studenlang das Mobilfunknetz abgeschaltet, das für die Kommunikation der Menschen fast noch wichtiger ist. Ein Journalist aus Bangladesh, der sich zur gleichen Zeit in Deutschland aufhielt, erkannte die Problematik und versorgte seine Freunde und Bekannten über Facebook und Twitter mit Informationen, die er unter anderem von der BBC bekam. Offenbar stürmten jedoch wenig später Soldaten der Armee das Haus des Journalisten in Dhaka und konfiszierten seinen Computer. Nun befürchtet er eine Vergeltungsaktion, wenn er nach Bangladesh zurück kehrt.

Dass Journalisten, die Twitter und Facebook als Nachrichtenkanal nutzen, besondere Vorsorge treffen müssen, um sich selbst und ihre Informanten zu schützen, versteht sich von selbst. Einige hilfreiche Hinweise dazu finden sich in dem Beitrag 10 Privacy Settings Every Facebook User Should Know. Generelle Hinweise, wie sich Journalisten im Netz bewegen können, hat mein Kollege Peter Berger in seinem jüngsten Buch “Unerkannt im Netz” zusammen gefaßt.

Über Claus Hesseling

arbeitet als Freier Journalist und Journalismus-Trainer. Twitter: @the_claus
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