Social Networks wie Facebook, StudiVZ, Xing oder MySpace bieten eine umfangreiche Fülle an Möglichkeiten, um sich in einer Gruppe von Menschen auszutauschen. Das Problem: Da das Ganze im Falle von Facebook, Xing und Co. auf einer fremden Plattform stattfindet, hat die Gruppe selbst nur begrenzten Einfluss auf die Nutzung der Funktionen. Die Lösung: Ein eigenes Facebook dank WordPress µ und Buddypress. Eine Kurzanleitung.
Social Networks wie Facebook, StudiVZ, Xing oder MySpace bieten eine umfangreiche Fülle an Möglichkeiten, um sich in einer Gruppe von Menschen auszutauschen: Status-Updates, private Kurznachrichten, ein Geburtstagskalender, Diskussionsforen oder ein Foto-Album – all das gehört bei vielen Social Networks zu Standard. Mittlerweile gibt es sogar eigene Plattformen, mit denen man sich innerhalb von ein paar Minuten ein eigenes Social Network zusammenbauen kann. Als Beispiel sei hier Ning erwähnt.
Im Herbst 2009 bekam ich den Auftrag, eine geeignete Social Network-Plattform für eine NGO zu finden. Die Anforderungen lauteten:
- Abgeschlossene Community
- Neu-Anmeldungen müssen erst vom Admin bestätigt werden
- Profilseiten für jedes Mitglied inkl. Geburtstagskalender
- Diskussionsforum
- Foto-Alben
- Neuigkeiten aus der Organisation
Das Problem: Da das Ganze im Falle von Facebook, Xing und Co. auf einer fremden Plattform stattfindet, hat die Gruppe selbst nur begrenzten Einfluss auf die Nutzung der Funktionen. Schließlich kann das Unternehmen, das die Plattform betreibt, jederzeit Features und Regeln verändern. Zudem ist nie sicher, in wie weit sich die Daten schützen lassen, z.B. vor anderen, fremden Mitgliedern des Netzwerks oder den Administratoren der Plattform. Für viele Organisationen und Firmen ist es schlicht nicht vorstellbar, ihr Intranet in die Hände von Facebook und Co. zu legen. Schließlich gilt völlig zurecht: Control your content!
Die Lösung: Ein eigenes, selbst-gehostetes Social Network, das nur den Mitgliedern der Gruppe Zugang gewährt.
Für die Umsetzung kamen vor allem zwei Social Network Content-Management-Systeme in Frage: Elgg und Buddypress.
Elgg: Als erstes nahm ich im Herbst 2009 Elgg 1.0 genauer unter die Lupe, da es zu dem Zeitpunkt ausgereifter schien. Alle oben beschriebenen Anforderungen konnte das System ohne große Probleme umsetzen. Eine Testinstallation auf den Servern lief ohne größere Probleme. Und obwohl die Entwicklerfirma Curvrider und die Elgg-Gemeinde das System immer weiter entwickelten (mittlerweile ist man bei Version 1.7) angelangt, so schien mir doch die Entwicklung zu langsam voran zu gehen. Die Zahl der Aktiven Open Source Entwicklern schien recht überschaubar zu sein – und für mich stellte sich damit automatisch die Frage, welche Zukunft diese Software hat. Denn wenn so ein Projekt an einer Firma und ein paar Personen hängt, dann kann es auch mal schnell wieder vorbei sein. Als Beispiel soll hier Joomla gelten: Hier gibt es zwar eine Vielzahl von Entwicklern, aber ein richtiger Sprung nach vorne ist seit Jahren nicht mehr zu beobachten.
Buddypress: Diesen Sprung nach vorne machte allerdings in der angesprochenen Zeit die Buddypress-Software. Bereits die ersten Release-Kandidaten sahen viel versprechend aus und spätestens mit der Version 1.1 war klar, welche Power in dem System steckt. Da Buddypress auf WordPress µ basiert, schien die zukünftige Entwicklung durch eine starke Open Source Gemeinde gesichert. Zu Beginn fehlten jedoch noch eine Vielzahl der gewünschten Funktionen zudem war die Einrichtung und die Theme-Gestaltung etwas kniffelig. Das hat sich spätestens mit der Veröffentlichung von Buddypress 1.2 geändert.
Das System: Als Grundlage dient eine ganz normale WordPress µ-Installation, mittlerweile in der Version 2.9.2, auf deinem normalen Business-Paket-Webspace von All-Inkl. Mittlerweile lässt sich Buddypress auch mit einem normalen WordPress installieren – allerdings gibt es dann für die Mitglieder keine Möglichkeit, ein eigenes internes Blog zu betreiben.
Als zweiter Schritt folgt die Installation von Buddypress, das als normales Plugin fungiert. Damit stehen die grundlegenden Funktionen eines Social Networks bereit: Nutzer können sich registrieren und ein Profil sowie auf Wunsch ein eigenes Blog anlegen.
Um alle gewünschten Funktionen (z.B. den Schutz des SN vor fremden Zugriff) einbauen zu können, wurden folgende Plugins installiert:
Für die Sicherheit:
More Privacy Options – Buddypress ist als sehr offenes System konzipiert. Dass man das System auch in Form eines Intranets einsetzen kann, spielte offenbar keine Rolle. Deshalb war es ein großes Problem, die Lücken dicht zu machen. More Privacy Options blockt u.a. Suchmaschinen und dreht den RSS-feeds den Strom ab.
registered-users-only-2 und Members Only- Die wichtigsten Plugins: Alle Unterseiten können nur von registrierten und angemeldeten Besuchern gesehen werden.
BuddyPress Privacy Component (BPAz) – Damit kann jeder Nutzer separat einstellen, welche seine Aktivitäten für anderen Nutzer innerhalb der Community sichtbar sind.
Invitation Code Checker – Jeder neue Nutzer muss bei der Anmeldung einen Einladungscode eintragen, der vorher per Mail an alle potenziellen Mitglieder verschickt wurde. Das ist leider nur eine 1b-Lösung, da das Plugin für eine User-Freischaltung durch den Admin (BuddyPress Registration Options) nur in der Buddypress-Version 1.0 fehlerfrei funktionierte. Der Vorteil: Nutzer können gleich loslegen und müssen nicht auf die Freischaltung warten.
SI CAPTCHA Anti-Spam – Captcha-Eingabe bei Registrierung und/oder Anmeldung.
System:
!Wartungsmodus – Tolles Plugin, dass zum Einspielen von Updates usw genutzt werden kann. Alle Nutzer bekommen einen Wartungsmodus-Screen, bestimmte, vorher definierte Nutzer (z.B. Admins) können sich weiter einloggen und testen, ob die Updates funktionieren.
BP Group Documents – Gruppenmitglieder können Dokumente hochladen (z.B. PDFs)
BM Custom Login – Mit dem Plugin kann man sich die Login-Seite maßschneidern.
BP Group Management - Admins haben mehr Möglichkeiten zur Verwaltung der Gruppen.
BuddyPress Album+ – Fotoalben-Funktion. Leider noch sehr rudimentär, lässt aber hoffen. Achtung: Das Plugin bpPicture Album von Manoj Kumar läuft leider nicht unter BP 1.2!
BuddyPress Like – Fügt “Gefällt mir”-Button hinzu – wie bei Facebook.
Enhanced BuddyPress Widgets – Mehr Möglichkeiten zur Konfiguration der Sidebar. Z.B. lassen sich die letzten Aktivitäten in den Gruppen oder die aktivsten Mitglieder anzeigen.
oEmbed for BuddyPress – Wenn Nutzer Links zu Medienseiten wie Youtube, Flickr und Co. posten, wird das Video direkt in das Posting eingebettet und nicht nur verlinkt.
TDLC Birthdays – Geburtstagskalender-Funktion. Achtung: Die Deutsche Sprachdatei ist wohl automatisch übersetzt worden. Man kann sie aber mit poEdit anpassen.
Tweetstream – Synchronisiert die Status-Updates mit dem eigenen Twitter-Account der Mitglieder, und zwar in beide Richtungen. Dabei kann jeder Nutzer einstellen, ob er alle oder nur bestimmte Tweets ins jeweils andere SN posten möchte.
Welcome Pack – Einstellungen für neue Nutzer: Es lässt sich festlegen, ob sie direkt mit anderen Nutzern (z.B. dem Admin) befreundet sein sollen und ob sie automatisch Mitglied in einer oder mehreren Gruppe sein sollen.
Ein Hinweis zum Updaten: Anders als bei anderen Plugins, sollte man ein Update von Buddypress (z.B. von 1.2 auf 1.2.2) nicht mit einem Klick auf “automatisch updaten” in der Pluginverwaltung starten. Der Hauptgrund: Das verwendete Theme/Template liegt im Unterordner wp-config > plugins > buddypress > bp-themes und wird bei einem automatischen Update überschrieben. Alle Änderungen gehen dabei verloren. Deshalb vorher in den Wartungsmodus gehen, alle anderen Plugins deaktivieren und den Theme-Ordner per FTP sichern. Erst dann updaten und das Theme wieder auf den Server spielen.
Erste Erfahrungen: Das Social Network hat mittlerweile 130 Mitglieder und rund 20 Gruppen – das ist zwar noch nicht so richtig viel, aber dennoch ist von Performance-Problemen noch nichts zu spüren.



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Hey, vielen Dank für den Artikel. Er hat mir echt weitergeholfen!
Danke, die Antworten zu Buddypress die ich lange gesucht habe!
Danke Claus. Mit so einer Aussage wage ich mich mal an das Buddypress Thema heran. Hat sich seitdem du den Artikel erstellt hast etwas geändert oder siehst du Buddypress im neuen Release immer noch vorn?
@Max: Ich glaube, mit der Veröffentlichung von WordPress 3.0 hat sich einiges geändert – so gibt es ja nun kein WordPress µ mehr. Ich habe es mit WP 3.0 noch nicht probiert, jedoch läuft die ursprüngliche Installation stabil und rund mit nun ca. 200 Mitgliedern. Ich glaube, da steckt noch viel Potenzial im Buddypress-Projekt.
Hi, cooler Artikel! Danke dafür.
Und gleich mal ne Frage, vielleicht hast du ne Antwort darauf:
Hast du ne Idee, wie man in den Gruppen den Punkt "Einladung verschicken" für Nicht-Admins ausblenden kann?
Da such ich gerade was vernünftiges.
Danke und LG
Frank
Hallo,
ja, das geht im WP-Admin-Backend unter der Komponente “Invite anyome”. Ganz unten gibt es den Punkt “Limit group invitations”. Damit könnte es klappen, ich selbst habe es aber noch nicht ausprobiert.
Hi Claus,
diese Komponente kenn ich nicht. Ist bei mir auch nicht im Backend.
Ist das ein Plugin?
Übrigens, ne Emailbenachrichtigung wenns ne Antwort auf meinen Kommentar hier bei dir gibt, wäre sinnvoll…… deine Antwort hab ich eben nur per Zufall entdeckt…
LG, Frank
Hallo,
danke für den Tipp mit den Email-Benachrichtigungen – ich werde das gleich mal ändern.
Das Plugin "Invite anyone" findet sich hier: http://buddypress.org/community/groups/invite-anyone/
Hoffe, es klappt – bin gespannt auf Deine Rückmeldung!
Vielen dank für den Artikel, es hat sich ja durch WP 3.2 einiges geändert aber ich habe danach Buddypress so installiert und die Plugins eingebaut wie hier beschrieben. Läuft alles auch in den neueren Fassungen von WP und Buddypress.
Hi,
eine tolle Seite, genau sowas habe ich gesucht.
Ich fange eben erst an mich mit dem Thema zu beschäftigen.
Meine Frage wäre nun:
Wenn ich eine WordPress + Buddypress Installation habe, können sich User dann auch z.B. mit ihren Facebook-Logindaten einloggen? Oder was muss ich tun, damit dies möglich wird?
Vielen Dank und viele Grüße,
Fabian
Hallo, ich habe es zwar nicht nicht ausprobiert, es koennte jedoch mit einem OpenID-Plugin klappen (hier mehr dazu) . Bin gespannt auf das Ergebnis!
Pingback: Ein eigenes Social Network | Mein privater Blog
Ich bin dabei ein social network für eine NGO zu realisieren.
Erst einmal vielen Dank für deine Dokumentation.
Ich bin bin zwar nur der Designer, aber mich würde interessieren welche zusätzlichen Servervorraussetzungen bei Buddypress nötig werden um eine gute Performance zu gewährleisten. Hast Du Erfahrungen mit Performance Problemen oder Unterschieden?
Besten Gruß
Vielen Dank für diesen Artikel. hat mir sehr geholfen
Eine Frage: Wenn sich ein neuer Nutzer registriert sind dennoch oben Activity, Forums , Grous usw zu sehen. Wie kann ich einstellen dass nur der bereits registrierte und freigeschaltene Nutzer dies sehen kann?
Grüße
Mmmh, gute Frage. Ich werde es selbst mal ausprobieren…
Bin gespannt, ich bin nicht damit klar gekommen :/ bzw habs nicht raus gekriegt
Hallo Claus,
vielen Dank für Deinen Artikel. Ich betreibe ein kleines Social-Network mit einer Computer-AG einer Schule. Die Kids wünschen sich, miteinander chatten zu können. Gibt es so eine Funktion für BuddyPress? Ich habe einen Chat installiert, (Chat-Lite) aber der ist öffentlich und nur für alle gleichzeitig. Natürlich wünschen die sich aber einen Privatchat. Hast Du, oder jemand sonst, eine Idee?
Vielen Dank,
Gruß,
Stefan
Hallo Stefan,
so weit ich weiß, ist das noch nicht möglich (siehe auch hier: http://premium.wpmudev.org/forums/topic/private-buddypress-chat).
Viele Grüße,
Claus