“Planet Money”-Macher Adam Davidson: Die Geheimsprache der Finanzwelt verstehen

Hat Bitcoin die Chance, eine Alternative zum Dollar zu werden? Warum lagern in den Kellern der US-Notenbank immer mehr Dollar-Münzen, die keiner haben will? Und nach welchen Gesetzen funktioniert die Wirtschaftswelt der Drogen? Was im Sommer 2008 als Projekt begann, läuft in dieser Woche zum 300. Mal: Der Podcast „Planet Money“ des amerikanischen öffentlich-rechtlichen Radionetzwerks NPR. Zweimal pro Woche versucht seitdem Adam Davidson (Twitter), seinen Hörern die Gründe für den Finanzcrash und seine Folgen zu erklären.

Glückwunsch, in dieser Woche läuft die 300. Folge von „Planet Money“. Sie haben 2008 begonnen als die Immobilienblase in den USA plazte – und gerade in der vergangenen Woche gingen die Börsen weltweit wieder in die Knie. Anscheinend ist kein Ende in Sicht, oder?

Adam Davidson (c) NPR

Wir müssen daran glauben, dass alles irgendwann wieder normal sein wird. Aber dieser Tag ist noch sehr weit weg. Hätten Sie mir bei der ersten Folge gesagt, dass wir bei Episode 300 immer noch mitten im Schlamassel stecken würden, hätte ich das nicht geglaubt.

Wie schlimm ist die Situation denn wirklich?
Wir in den USA oder Deutschland haben Glück. Wir sind in Ländern aufgewachsen, die für Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte nur ein wirtschaftliches Wachstum kannten. Aber die Krise jetzt, das ist mehr als nur ein kleines Stolpern, das wird ganze Generationen beeinträchtigen. Hier in den USA haben wir immer noch das riesige Problem der Zwangsversteigerungen. Und Ihr in Europa habt noch schwerere Probleme: Ihr müsst herausfinden, wer Ihr seid und was Ihr wollt und wer zum Club dazugehören soll. Ich mache ungern wirtschaftliche Vorraussagen, denn da hat man die Garantie dass man falsch liegt, aber ich denke, wir haben noch viele schwere Jahre vor uns.

Alles begann 2008 mit der preisgekrönten Reportage “A Ginat Pool of Money”, in der zum ersten Mal anschaulich erklärt wurde, wie die Auswirkungen der platzenden Blase aussehen. Wie wurde daraus ein Podcast, der zweimal in der Woche produziert wird?
Lange Zeit hat mich Wirtschaft kalt gelassen. Mein Vater ist Schauspieler, meine Mutter macht etwas mit Tanz – Finanzen und Börse seien langweilig, wurde mir gesagt. Mich hat es aber frustriert, dass die Wirtschaft nur etwas für Insider war. Für Leute, die die geheime Sprache verstehen konnten. Mein Ziel war es, diese Sprache zu entschlüsseln und für Nicht-Experten zu übersetzen. Das Projekt „A Giant Pool“ of Money aus dem der Podcast dann entstanden ist, sollte zeigen, dass Wirtschaft und Finanzen spannend sein können – und sogar Spaß machen.

Senderchefs in Europa hätten einem Radio-Projekt, das ausschließlich im Internet läuft, wohl schwer zustimmen können? Wie konnten Sie Ihren Boss überzeugen?
Ich glaube, dass die Verantwortlichen verstanden haben, dass die Tage des normalen UKW-Radios gezählt sind – vielleicht in zwei, fünf oder zwanzig Jahren. Unser Podcast ist ein Experiment, um zu sehen, wie On-Demand-Audio für ein Nischenthema funktionieren kann.

Und, funktioniert das Nischen-Thema?
Das ist das erstaunliche: Wenn ich Berichte für unsere normalen Radiosendungen mache – da hören pro Woche 25 Millionen Menschen zu – bekomme ich eine Handvoll Emails pro Jahr. Den Podcast laden rund 200.000 Menschen herunter, und wir bekommen dutzende Rückmeldungen jeden Tag. Sehr kluge, spannende Emails mit interessanten Fragen. Es ist eine ganz andere Beziehung zu den Hörern.

Und was sagen die Finanz-Profis?
Uns hat das sehr überrascht, wie viele Menschen uns hören, die im Finanzbusiness arbeiten. Ich glaube das liegt an der hohen Spezialisierung der Menschen: Als Bond Trader handelst Du nur mit bestimmten Anleihen, als Aktienhändler nur mit einer überschaubaren Zahl an Titeln. Die interessiert auch das große Ganze, der Überblick.

Was wurde eigentlich aus “Toxie”, dem “Giftpapier”?
Zwei unserer Reporter hörten immer wieder den Begriff “toxic asset” in den Nachrichten. Die haben sich gefragt: Was ist das? Warum besitzt jemand so etwas? Und was passiert damit? Wir haben also ein Giftpapier gekauft – was nicht so einfach war. Aber es ein toll Weg, um zu erklären, was an diesen Papieren so problematisch ist. Wir haben es auf den Namen Toxie getauft und lange Zeit begleitet, bis es schließlich von uns gegangen ist. Seitdem wird Toxie schmerzlich vermisst.

Es gibt viele Wirtschaftsjournalisten, aber nur wenige schaffen es, auf verständliche Weise zu erklären, was derzeit in der Welt passiert. Woran liegt’s? Ist die Wirtschaft zu complex oder ist das ein Problem des Journalismus?
Die Finanzwelt ist hochkomplex, sehr undurchsichtig – und wenn Finanzjournalisten ehrlich wären, würden sie zugeben, dass sie vieles selbst nicht verstehen. Das Problem ist, dass die Wirtschaft über Jahrzehnte ohne Probleme funktioniert hat und damit ein Thema für die Experten war. Genau wie das Elektrizitäts- oder Wassernetz: Es funktioniert halt. Es ist sehr langweilig – solange, bis es in die Brüche geht. Und plötzlich ist es sehr, sehr wichtig zu verstehen, weil alles andere, was auf der Welt passiert, davon abhängt. Viele die es verstehen, wollen oder können es nicht in eine Sprache übersetzen, die normale Leser oder Zuhörer verstehen. Da muss etwas passieren! Kein Medienunternehmen kann mehr ohne Journalisten auskommen, die ein tiefes Verständnis von der Welt der Wirtschaft und Finanzen haben und es gut erklären können.

Sie selbst seinen eine richtige Leidenschaft für Finanzthemen zu haben. Ist das nach 300 Podcast-Folgen immer noch so?
Ich würde nicht sagen, dass ich eine angeborene Leidenschaft habe. Für mich war es spannend, diese geheime Sprach der Finanzwelt zu verstehen. Aber die Finanzwelt wird meist von sehr Reichen Menschen beherrscht. Nichts gegen Reiche, ich gönne Ihnen jeden Cent. Aber ich habe viel Zeit in Haiti und mit sehr armen Amerikanern verbracht, und für diese Menschen steht sehr viel mehr auf dem Spiel. Vielleicht werde ich mich bald eher diesen Themen widmen.

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Der neue “Schreiben für das Internet”-Spickzettel ist da

Spickzettel (engl. “Cheat sheets”) sind eine praktische Sache. Für meine Trainings zum Thema “Texten für das Internet” habe ich Anfang des Jahres folgende DIN A5 Schnellübersicht erstellt, die praktischerweise in Kaffeefleckensichere Plastikfolie laminiert und direkt neben den Computer platziert werden kann.

Einige Themen:

  • Wie schreibe ich einen Teaser?
  • Was kommt in die Überschrift?
  • Was muss ich beim Thema SEO beachten?
  • Wielche Internet-Textformen gibt es?
  • Und wie verlinke ich richtig bei Facebook und Twitter?

Das Ganze steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.

Nun gibt es ein Update – unter anderem mit Tipps zum sinnvollen Verlinken von Texten auf Facebook und Twitter.  Den neuen “Schreiben für das Internet”-Spickzettel gibt es hier zum Download.

Die englische Version findet sich hier.

Nachtrag: Klaus Jarchow hat in seinem Blog Stilstand den Spickzettel einer kritischen Analyse unterzogen - spannende Ideen und Anregungen für die nächste Version.

Recherchetrick: Tweets fürs Datamining speichern

Obwohl es diesmal überraschenderweise spannend wurde, konnte ich in diesem Jahr leider nicht beim Jahrestreffen des Journalistenvereins “Netzwerk Recherche” dabei sein. Es hätte sich gelohnt, denn neben vielen altbekannten Workshops gab es einige, die mich sehr interessiert hätten. Zum Glück gibt es ja Twitter! Neben vielen Internet-Skeptikern, -Kritikern und -Muffeln in dem Verein gibt es mittlerweile auch einige, die nicht nur über die Gefahren, sondern auch die Chancen neuer Informationstechnologien für den Journalismus nachdenken – und diese Technologien auch anwenden. Das ist klasse – denn so lassen sich interessante Punkte der Konferenz auch im Nachhinein nachvollziehen. Hier eine kleine Anleitung.

1. Schritt: (Hash)tags identifizieren

Über die Twitter-Suche ist relativ schnell der passende Hashtag ausgemacht. In diesem Fall #nr11

2. Software installieren

Natürlich kann das jeder selbst machen, der ein wenig Ahnung von Programmierung und der Twitter-API hat – ich bin zu faul und nutze daher das Windows-Programm “The Archivist”, das sich kostenlos und mit wenigen Klicks installieren lässt.

3. Suchen

Den Hashtag eingeben, auf Suchen klicken, kurz warten – fertig. Als Ergebnis wird eine Liste angezeigt, die sich mit einem weiteren Klick als Text-Datei exportieren lässt. Die Werte sind Komma-getrennt, Excel oder OpenOffice Calc können also problemlos damit umgehen.

Das Programm erstellt auch Grafiken über die fleißigsten Twitterer, aber ansonsten gibt es leider nicht viel an Analysetools – das muss woanders passieren.

4. Tabelle weiterverarbeiten

Wer sich nicht die Mühe machen möchte: Hier findet sich die Tabelle (im OpenOffice Format) mit allen Tweets zum Hashtag #nr11 zum Download: : Archivist nr11 Tweets 77.9 kB, Datum: 03. Jul. 2011.

 

 

Webdesign und IA für NGOs und Hilfsorganisationen

Für ein Projekt habe ich mich kürzlich näher mit dem Thema Information Architecture und Webdesign für gemeinnützige und Hilfsorganisationen beschäftigt. Vor allem die Organisationen, die zu einem großen Teil von Spendengeldern abhängig sind, haben erkannt, wie wichtig das Internet für ihre Arbeit geworden ist. Dazu gehört zum einen eine gut strukturierte und gestaltete Internetseite und zum anderen ein überzeugendes Engagement in den verschiedenen Sozialen Netzwerken.

Bei der Durchsicht verschiedener Webseiten aus dem Bereich fällt auf, dass es im Bereich Webdesign fast überall einen Paradigmen-Wechsel gegeben hat. Dominierten bis vor wenigen Monaten oder Jahren noch der Eindruck, die Seiten müssten möglichst viele Informationen über möglichst viele Projekte bereitstellen, haben fast alle Organisationen ihre Internetauftritte einer massiv Diät-Kur unterzogen. Bis vor kurzem ähnelten viele Seiten vom Webdesign eher einem Nachrichtenportal. Mittlerweile wurde die Informationsfülle und -tiefe oft extrem reduziert. Stattdessen wird sich auf wenige aktuelle Projekte fokussiert.

Beispiel 1: Amercian Red Cross 2008 [via waybackmachine.org]

Beispiel 2: American Red Cross 2011

Einen ähnlichen Weg durchlief die Webseite der Hilfsorganisation Oxfam.

Beispiel 3: Oxfam 2007 [via waybackmachine]

Beispiel 4: Oxfam 2011

Neue NGOs wie zum Beispiel das Projekt “Do Good Lab” aus San Francisco setzten gleich auf eine reduzierte, aber dafür auch eindeutigere Botschaft auf ihrer Webseite. Das “Do Good Lab” stellt in einem Karussell beispielhaft drei Projekte vor, die von Hilfsgeldern unterstützt werden. Der Vorteil: Durch die Größe der Fotos wird eine viel stärkere emotionale Wirkung auf den Betrachter ermöglicht.

Beispiel 5: Do Good Lab 2011

Der Prozess der Informationsreduktion ist schwierig intern durchzusetzen. Nicht immer gelingt er, wie das Beispiel WWF USA zeigt: Eine eigentlich mit sehr viel Liebe gestaltete Webseite, die jedoch den Nutzer mit Informationen erschlägt. Allein die Zahl verschiedenen horizontalen Navigationselemente (im Beispiel rot umrandet) erschlägt den Leser. Es geht viel Zeit verloren, in der man sich erst einmal zurechtfinden muss, bevor man anfängt, Informationen aufzunehmen.

Beispiel 6: WWF USA 2011

Sehr viel besser sieht das bei der britischen Sektion des WWF aus: Klar, schnell zu verstehen und übersichtlicher.

Beispiel 7: WWF UK 2011

Zum Vergleich hier noch die deutsche WWF-Seite:

Beispiel 8: WWF Deutschland 2011


Zusammenfassend lässt sich bei der Begutachtung der Webseiten folgendes feststellen:

1. Emotionale Bilder

Um mögliche Spender anzusprechen, müssen Emotionen geweckt werden. Das lässt sich in erster Linie durch großflächige, hochqualitative Fotos erzeugen. Oft gibt es ein Bilder-Karussell, wobei sechs Elemente wie beim American Red Cross bereits über das empfohlene Maximum hinaus gehen. Richtwert: 3-5 Bilder.
Und der Web-Video-Trend? Gute Fotos funktionieren meiner Ansicht nach meist besser als das beste eingebundene Video: Direkt, ohne Klick und vor allem: Das stehende Foto kann sich stärker ins Gedächtnis brennen als ein flüchtiges Bewegtbild.

2. Spenden-Button

Das für viele wichtigste Element ist natürlich der “Jetzt Spenden”-Button. Dabei hat sich offenbar herausgestellt, dass möglichst rechts oben der beste Platz für dieses Element ist. Wichtig dabei: Andere grafische Bestandteile der Webseite dürfen nicht mit dem Spenden-Button in eine Konkurrenz um die Aufmerksamkeit des Nutzers treten. Frei nach dem C.R.A.P.-Prinzip heißt das: Ein hoher Kontrast zwischen Knopf und dem restlichen Inhalt, und zwar am besten durch Größe, Abstand und Farbe. Am besten gelingt das dem American Red Cross, wobei erstaunlich ist, dass das rot des Spenden-Buttons nicht das gleiche ist wie das rot des Roten Kreuzes im Logo.

3. Spenden-Ziel und Fortschritt

Da immer weniger Menschen sich fest an eine Organisation binden möchten und dieser regelmäßig (monatlich, jährlich) Geld überweisen, wird es für viele NGOs immer wichtiger auf Projekt-bezogene Aktionen zu setzen. Es wird also nicht für die gesamte Organisation gespendet, sondern konkret für einen Anlass (z.B. Erdbebenhilfe) oder ein Projekt (z.B. Schule in Kenia). Immer mehr gehen Organisationen dazu über, konkrete Projekte herauszuheben, dafür ein konkretes Spendenziel festzulegen und das ganze mit einem Spenden-Fortschrittsbalken zu dokumentieren. Prominentestes Beispiel hierfür sind die jährlichen Spendenaufrufe von Jimmy Wales für die Wikipedia.

4. Informationsreduktion & Interessenlevel

Jeder Besucher einer Webseite kommt mit einem bestimmten Interesse auf die Seite – ich nenne das in meinen Seminaren gerne “Interessenlevel”. Manche wollen nur kurz schauen, andere stöbern ohne Ziel, wieder andere suchen ganz gezielt nach Informationen. Im Ideallfall muss eine Webseite alle diese Nutzertypen bedienen. Für NGOs bietet sich eine Informationsreduktion stark an. Aber auch die detailverliebten Nutzer, die Informationen zu möglichst allen Projekten der unterstützten Organisation haben wollen, müssen befriedigt werden. Es muss also neben der “oberflächlichen” Darstellung der Projekten weitere Möglichkeiten geben, in die Tiefe zu gehen. So etwas lässt sich zum Beispiel durch PDFs lösen. Eine weitere Möglichkeit ist der “Geek-Button”, der die Info-Hungrigen zu einer eigenen Projekt-Datenbank führt, wo es weniger um emotional-reportagige Beschreibungen der Projekte geht, sondern nur um die harten Fakten.

5. Text

Je knapper der für Text vorgesehene Platz, umso mehr muss “auf den Punkt” getextet werden. Bei vielen NGOs ist das noch nicht der Fall. Oft werden Begriffe aus dem internen Gebrauch verwendet, die sich normalen Besuchern der Webseite nicht leicht erschließen. Ein anderes Problem ist, dass sich die innere Organisationsstruktur (= Organigramm) auf der Webseite niederschlägt, im schlimmsten Fall 1:1 in der Navigation.

Weiterlesen:

- 8 Tips to Design a Charity Website (mit zahlreichen Beispielen weiter unten)

- Usability Review of Charity Websites Taking the Lead

- Die neue Facebook-Seiten: für NGOs und Kampagnen

Usability-Sünden: Barrierearmut….?

Die Armut greift um sich, zumindest in Ost-Westfalen-Lippe – unter Freunden auch OWL genannt. Nein, nicht die finanzielle Armut, denn diese Region wächst und wächst – nein, es geht um die Barrierearmut. Zumindest die in Webseiten-Menüs.
Unverständlich? Genau!

Ältere Herren starten ins Internet-Zeitalter

Interessante Daten aus einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts:

Die generelle Internetnutzung von älteren Menschen hat im Jahr 2010 jedoch deutlich zugenommen. Im Jahr 2010 gingen 41% der Personen zwischen 65 und 74 Jahren online. Im Jahr 2009 lag der Anteil noch bei 35%. Mit einer Zunahme um 6 Prozentpunkte hat die Internetnutzung in dieser Altersgruppe am stärksten zugelegt. Auch in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen stieg der Anteil der Internetnutzer deutlich an, und zwar um 4 Prozentpunkte von 61% auf 65%. Bei den 75-Jährigen und Älteren waren es 16% (2009: 14%); die Personen dieser Altersgruppe hatten mit deutlichem Abstand den geringsten Nutzungsanteil.

Den höchsten Anteil an Internetnutzern hatten im Jahr 2010 die 16- bis 24-Jährigen mit 98%. Insgesamt nutzten drei Viertel (75%) aller Personen ab zehn Jahren das Internet (2009: 73%).

Nach wie vor gibt es zwischen älteren Frauen und Männern große Unterschiede in der Internetnutzung. Während knapp die Hälfte (51%) der Männer zwischen 65 und 74 Jahren in 2010 im Internet surften, lag der Anteil der entsprechenden weiblichen Altersgruppe nur bei 33%. Bei den Personen über 74 Jahren nutzten immerhin noch ein Viertel der Männer das Internet, bei den Frauen waren es lediglich 11%. Auch bei den 55- bis 64-Jährigen unterscheidet sich das Nutzungsverhalten zwischen den Geschlechtern deutlich: hier waren 71% der Männer online, bei den Frauen waren es 58%. Bei den Jüngeren dagegen sind keine oder nur geringe Geschlechterunterschiede beim Anteil an der Internetnutzung zu finden.